Teilzeitbeschäftigung (Teilzeitarbeit)

I. Was versteht man darunter?
II. Diskriminierungsverbot

I. Was versteht man darunter?

Ein Arbeitnehmer1 befindet sich in einer Teilzeitbeschäftigung, wenn seine Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten. Vergleichbar ist ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer des Betriebes mit derselben Art des Arbeitsverhältnisses und der gleichen oder einer ähnlichen Tätigkeit. Ansonsten ist auf den „üblichen“ Arbeitnehmer im selben Wirtschaftszweig abzustellen. In anderen Worten muss in einem abgestuften Verfahren festgestellt werden, ob es eine betriebsübliche Arbeitszeit für bestimmte Arbeitnehmer gibt und wenn nicht, welche Arbeitszeit üblicherweise in der Branche gilt.

II. Diskriminierungsverbot

Der wichtigste Grundsatz der Teilzeitarbeit lautet: Ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer darf wegen der Teilzeitarbeit nicht schlechter behandelt werden als ein vergleichbarer vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer, es sei denn, dass sachliche Gründe eine unterschiedliche Behandlung rechtfertigen.

Bei einer Ungleichbehandlung von Vollzeit- und Teilzeitkräften macht also die sachliche Rechtfertigung den Unterschied. Eine ungerechtfertigte Benachteiligung liegt z.B. vor, wenn Teilzeitarbeitnehmer schlechter bezahlt werden (niedrigerer Stundenlohn) oder kein Weihnachtsgeld erhalten. Das gleiche gilt in Fällen, in denen Teilzeitbeschäftigten der Zugang zu Begünstigungen erschwert oder gar nicht gewehrt wird (z.B. die Möglichkeit einer betrieblichen Altersversorgung). Zulässig ist die Ungleichbehandlung beispielsweise bei der Zahlung von Abfindungen aus einem Sozialplan, wenn sich die Höhe nach der geleisteten Arbeitszeit bemisst. Auch kann z.B. das Weihnachtsgeld anteilig gekürzt werden.

Zu beachten ist außerdem, dass eine Benachteiligung von Teilzeitkräften gleichzeitig eine mittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts sein kann. Dies ist der Fall, wenn die Mehrheit der Teilzeitbeschäftigten eines Geschlechts ist (z.B. sind Reinigungskräfte ganz überwiegend weibliche Angestellte). Der Arbeitgeber verstößt hierbei gleich gegen mehrere Vorschriften.

Gut zu wissen: Liegt der Verdacht einer Diskriminierung vor, hat der Arbeitgeber vor Gericht zu beweisen, dass die Ungleichbehandlung gerechtfertigt ist.


1 Aus Gründen der Lesbarkeit wird innerhalb dieses Textes das geschlechtsneutral zu verstehende generische Maskulinum als Formulierungsvariante verwendet.

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