Gehalt / Lohn

I. Was versteht man darunter?
II. Wann ist der Lohn fällig?
III. Was, wenn der Arbeitgeber nicht zahlt?

I. Was versteht man darunter?

Aufgrund des Arbeitsvertrages ist der Arbeitnehmer1 dazu verpflichtet dem Arbeitgeber Dienste zu erbringen, welcher seinerseits dazu verpflichtet ist, die vereinbarte Vergütung für die Erbringung zu zahlen. Diese Vergütung, das Arbeitsentgelt, wird je nach Art und Umfang der Tätigkeit entweder nach Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden oder jeden Monat „pauschal“ gezahlt. Man spricht dann entweder vom Lohn (meist bei Arbeitern) oder vom Gehalt (meist bei Angestellten). Die Vorschriften zum Arbeitsentgelt sind jedoch auf beide Vergütungsarten gleichermaßen anzuwenden, sodass sich keine grundsätzlichen rechtlichen Unterschiede ergeben. Beide Begriff werden daher auch synonym füreinander verwendet.

Als Arbeitsentgelt zählen übrigens nicht nur Geldleistungen, sondern auch Sachleistungen (z.B. ein Dienstwagen zur privaten Nutzung).

II. Zu welchem Zeitpunkt ist der Lohn zu zahlen?

Der Arbeitgeber muss Lohn zahlen, wenn er fällig wird. Üblicherweise werden Zeitabschnitte vereinbart, nach deren Ablauf die Lohnforderung fällig wird (z.B. am Ende jeden Monats). Ist kein Auszahlungszeitpunkt vereinbart, wird der Lohnanspruch immer erst nach geleisteter Arbeit fällig.

III. Was passiert, wenn der Arbeitgeber nicht zahlt?

Bei Lohnrückständen, sei es weil der Arbeitgeber zahlungsunfähig oder zahlungsunwillig ist, besteht ein Anspruch auf Zahlung des rückständigen Lohnes. Die Geltendmachung von Lohnansprüchen kann jedoch per Arbeits- oder Tarifvertrag zeitlich begrenzt werden (durch sog. „Ausschlussfristen“).

In Gefahr gerät der Lohnanspruch im Falle der Insolvenz des Arbeitgebers. Nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens werden Lohnforderungen aus der noch bestehenden Masse (=Vermögen) des Betriebes beglichen. Das Risiko besteht darin, dass möglicherweise nicht mehr ausreichend Masse zur Tilgung der offenen Lohnforderungen vorhanden ist. Allerdings kommt für die letzten drei Monatsgehälter vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens die Agentur für Arbeit auf, sollten diese nicht durch den Arbeitgeber gezahlt worden sein. Für weiter zurückliegende Lohnansprüche gilt dies jedoch nicht. 

Bekommt der Arbeitnehmer keinen Lohn gezahlt, so kann er die Arbeit verweigern (Zurückbehaltungsrecht). Die Verweigerung ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn die Lohnzahlung über einen längeren Zeitraum ausbleibt (ca. eine Abrechnungsperiode). Sie ist dem Arbeitgeber gegenüber zu erklären. Für die Dauer der Zurückbehaltung entstehen Lohnansprüche wie wenn der Arbeitnehmer gearbeitet hätte. Dem Arbeitnehmer steht es im Übrigen frei, sich arbeitslos zu melden, um Arbeitslosengeld zu erhalten.


1 Aus Gründen der Lesbarkeit wird innerhalb dieses Textes das geschlechtsneutral zu verstehende generische Maskulinum als Formulierungsvariante verwendet.

Rückständiger Lohn?

Die Experten der Kanzlei für Arbeitsrecht machen offene Lohnansprüche für Sie geltend und informieren Sie über die Rechtslage bei Fernbleiben von der Arbeit.

Rufen Sie uns an unter: 06131 / 480 888 7.

"Unkompliziert, hoch kompetent und sehr professionell."  Das sagen Mandanten über uns: www.anwalt.de/bewertungen/labisch

Aktuellste Urteile zu diesem Thema



Lexikon schließen
Schließen